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Am 15.03.1992 (einen Tag vor meinem Geburtstag) fing ich, inspiriert durch eine
Freundin mit der Ahnenforschung der Familie Stangier an. Am Anfang war alles sehr leicht,
da das Familienstammbuch meiner Großeltren noch existiert. Da der Name Stangier nicht aus
dem deutschsprachigen Raum kommt, bzw. nicht deutsch klingt, hatte meine Großmutter bzw.
-vater akribisch genau die Daten Ihrer Eltern bzw. Großeltern ins Familienstammbuch
eingetragen. Vermutlich musste dieses in der Nazi - Zeit erfolgt sein um den Ariernachweis
zu erbringen. Ich hatte nun die Geburtsdaten meiner Urgroßeltern und meiner
Ur-Urgroßeltern. Teilweise waren im Stammbuch auch die Heiratsdaten eingetragen.
Aufgrund dieser Aufzeichnungen besorgte ich mir die Geburtsurkunden meiner Ur- bzw.
Ur-Urgroßeltern. Mein Großvater Peter ist in Eitdorf/Sieg geboren, ergo, so dachte ich,
musste mein Ur-Großvater Friedrich ebenfalls in Eitdorf geboren sein. Dies war jedoch
nicht der Fall.
Aufgrund der Heiratsurkunde erfuhr ich den Geburtsort. Friedrich Stangier ist in Schladern
/Sieg geboren. Geheiratet hat er jedoch in Eitdorf/Sieg und gestorben ist er in Köln.
So fing alles an.
Heute bin ich etwas weiter jedoch hört die Sucherei in der Vergangenheit NIE auf.
Auf nachfolgende Ergebnisse kann ich bis heute zurückgreifen.
Stangier in oder aus Frankreich
Der älteste Eintrag der bisher gefunden wurde, hat mein Namensvetter
Andreas Stangier aus Augsburg ausfindig gemacht. Dieser Eintrag datiert aus dem Jahre 1481
und ist zu finden im "Nobiliaire et Armaorial de Bretagne" du Portier de Courcy,
édition 1976, tome II page 573.
(Adelsverzeichnis und Wappensammlung der Bretagne, von Portier de Courcy, Ausgabe von
1976, Band II, Seite 573.
Die Informationen wurden von Jean Lucas, 1, rue Sully, F-44000 Nantes (Heraldiker)
an meinen Namensvetter Andreas Stangier) weitergegeben. Die Übersetzung hat eine franz.
Kollegin vorgenommen.
Der Originaltext liegt bei Andreas bzw. Udo Stangier vor und ist dort einzusehen.
Dort wird folgendes beschrieben:
Stangier (du), (adliger) Lehns- oder Gutsherr, Sieur oder Seigneur,
des gleichnamigen Ortes, Pfarrei Plouguer-Carhaix (Anmerkung: heute heisst der Ort
Carhaix-Plouguer PLZ:F-29270), von Liziliec, Pfarrei Pestivien, von Colen, Pfarrei
Plourac´h, von Keruslain, von den Besitzungen Chez de Bois (bei den Wäldern), von
Penanec´h von Lescanic, in der Pfarrei St. Gilles, von Plégean, von des portes (vor den
Toren).
Auszug aus "Reformation des Adels 1669":
Über sechs Generationen Hinweis (in dieser Schrift) und Aushebungen
(Bereitstellung von Truppen durch die Lehnsherren) von 1481 bis 1562in der Pfarrei
Pestivien, Plourac´h, Cléden-Poher und Goullouen im Bistum Corouaille (Quimper).
"Oliver du Stangier, der dort lebt, heiratet Isabelle de Roc´heaizre.
Eine junge Dame (du Stangier) befindet sich 1787 in Saint Syr (Töchterinternat für
Adlige bei Versailles).
Der ältere Zweig scheint nach Bothonn (Experte in Adelsforschung) ausgestorben."
Desweiteren hat der Heraldiker in dem Adelsverzeichnis und
Wappensammlung der Bretagne uns ein Wappen zukommen lassen.

Dieses Wappen darf jedoch noch nicht von dem Namen Stangier verwendet
werden, da der Zugehörigkeitsbeweis, bisher noch nicht nachgewiesen ist bzw. werden kann.
Stangier in oder aus Deutschland
Der Name Stangier wird im Bergischen Land bzw. in Friesenhagen erstmals
1662 erwähnt. Laut den Kirchenbucheintragungen der Pfarrei Friesenhagen übernimmt ein
Michael Stangier die Patenschaft über das Kind von Hermann Berndorf. (Quelle : Siegpost
20.03.1933, Artikel "Zur Herkunft der Familie Stangier"
Ungefähr zur gleichen Zeit wird ebenfalls im Kirchspiel Wenden (Ottfingen) ein Andreas
Stangier erwähnt. Man kann davon ausgehen, daß Andreas und Michael mit einander verwandt
waren. Dies geht aus den Kirchenbucheintragungen des Pfarrarchiv zu Wenden hervor. Dort
wird im Jahre 1686 am 17.11., ein Geburtseintrag "Johann Daniel Stangier, Sohn des
Andreas und seiner Ehefrau Gertrud" vorgenommen. In diesem Geburtseintrag wird ein
"Johann Daniel Stangier" aus Friesenhagen als Pate erwähnt. Bei diesem Johann
Daniel Stangier handelt es sich zweifelfrei um den Sohn von "Michael Stangier".
Ebenfalls bei zwei Patenschaften, von Kindern des Andreas Stangier werden ein Jacobus und
ein Johann Stangier aus Tyroll erwähnt.
Wir können also davon ausgehen, daß "Andreas und Michael Stangier" aus Tirol
stammen.
Die letzten Eintragungen, der Familie Stangier aus Ottfingen, im Pfarrarchiv zu Wenden
datieren vom 29.10.1904. Dort wird die Hochzeit des Felix Stangier mit ???????
eingetragen.
Wo der Zweig dieser Familie geblieben ist konnte ich bisher nicht herrausfinden.
Aber nun zurück zu meinem direkten Vorfahren Michael Stangier.
Da keine Daten über die Geburt von Michael St. vorliegen, gehen wir davon aus, daß er
gegen 1630 in Tirol geboren wurde und ca. 1660 an den Hof des Fürsten von Hatzfeld kam.
Als Maurer bzw. Baumeister wie die Chronik berichtet.
Michael Stangier wird erstmals 07.05.1662 in Friesenhagen (Kirchenbucheintragungen)
genannt. Dort wird Michael Stangier (Stenger, lt Eintragung im Kirchenbuch) Pate über ein
Kind von Hermann Berndorf.
Im Jahre 1664 übernimmt eine zweite Patenschaft, Kind des Gärtners in Krottdorf. 1666
heiratet Michael Stangier aus dem "Etschland" (Wir gehen davon aus, das
Etschland gleich zu setzen ist mit Tirol, Land an der Etsch.), Anna Margarete Schmidt,
Witwe des Bäckermeisters Johann Paul Ziegler.
Michael St. und seine Ehefrau hatten 6 Kinder, von denen aber nur zwei verheiratet waren.
Da ebenfalls über den Tod von Michael St. nichts bekannt ist, gehen
wir davon aus, daß er im Jahre 1675 bzw. 1676 verstorben ist. Am 13. September 1677
heiratet seine bisherige Ehefrau, die den Ehrentitel "geistliche Mutter" führte
den "Syndicus und geistlichen Vater" Herrmann Stock.
Nach seiner Heirat mit Anna Margarete Schmidt wohnte Michael St. in Friesenhagen und muß
dort eine führende Position im Gemeindeleben bekleidet haben.
Dies geht aus einigen Kirchenbucheintragungen hervor, z.B.:
"Unser Syndicus Michael Stangier - Johann Daniel Stangier Sohn unseres Syndicus -
Johann Daniel Stangier Sohn unseres geistlichen Vaters - Anna Maria, Tochter des
geistlichen Vaters Michael Stangier - Unser Herr Vater Michael Stangier"
Hier ist wahrscheinlich der Ursprung aller Stangier im Rheinland
verwurzelt. Ein gewisser Hermann Stausberg mutmaßt in einem Artikel der Siegpost vom
20.06.1933, daß der Name Stangier im wildenburgischen Land erst entstanden ist. Indiesem
Artikel wird die verschiedene Schreibweise des Namens Stangier aufgeführt. Sie fängt bei
Stangier (1668, 1670, 1674, 1685, 1686, 1695, 1697, 1698) an, geht weiter über Stanger
(1664, 1667), Stanigir (1666, 1672 1681), Stängier (1674, 1675), Stenger (1662) , Stengir
(1699, 1701), Stäniger (1677) , Steiniger (1676, 1692) bis hin zu Stainiger (1676)
"In Klammern sind die Kirchenbucheintragungen der Gemeinde Friesenhagen
eingetragen".
Da aber zum gleichen Zeitpunkt ein Andreas Stangier in Wenden ansässig
und dieser Name fast ausschließlich richtig geschrieben wurde, gehen wir davon aus, daß
unser aller Nachnahme STANGIER ist. Dies geht ebenfalls aus Taufeintragungen der Gemeinde
Wenden hervor, in denen jeweils ein Jacobus Stangier aus Tyroll und ein Johannes Stangier
aus Tyroll erwähnt wird.
Alle weiteren Daten können Sie aus dem Stammbaum entnehmen.
Desweiteren arbeite ich an einem Sippenbuch, in
dem alle Nachfahren, ob angeheiratet, Eltern, Geschwister etc. erwähnt werden. Auch dort
können Sie nachschauen, ob ein Namensvorkommen vorhanden ist.
Eine komplette Namenliste finden Sie hier.
Vielleicht finden Sie dort auch einen Ihrer direkten Vorfahren wieder.
Weiterhin bin ich für alle weiteren Informationen, die den Namen
Stangier betreffen sehr dankbar. Es könnte ja auch der Fall sein, daß Sie aus dem Zweig
von Andreas Stangier, bzw. Felix Stangier abstammen.
Als Quellen dienten mir:
Die Chronik der Gemeinde Morsbach (Neuauflage im Handel erhältlich)
Leben und Geschlecht Staussberg von 1932 (Nicht mehr erhältlich)
Einige Zeitungsartikel aus dem Kreise Morsbach
Einen besonderen Dank widme ich:
Andreas Stangier aus Augsburg,
Wolf Stangier aus Meckenheim,
Josef Stangier aus Kirschen/Sieg,
Herrn Karl Jung aus Wenden
und meinem "unbekannterweise" Internetfreund Josef Szikora aus Calgary.
Sie alle trugen bzw. tragen noch heute dazu bei, daß mein Stammbaum zustande kam/kommt.
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